Der Unterricht

Die Schülerinnen und Schüler der Schulstation werden meist mit einer reduzierten Stundenzahl unterrichtet. Dieser verkürzte Stundenplan wird durch das Schulamt des Kreises Minden-Lübbecke ausdrücklich genehmigt. Hintergrund dafür sind pädagogisch/psychologische Aspekte, die mit den Belastungsfaktoren der einzelnen Kinder einhergehen. Viele Schüler der Schulstation haben im Verlauf ihrer schulischen Entwicklung ausschließlich Misserfolgserlebnisse gehabt und Schule als einen Ort des Zwangs und Drucks erlebt.

Daraus resultieren bei der überwiegenden Anzahl der Schüler in der Schulstation Verweigerungshaltungen, Schulunlust und fehlende Motivation zum Lernen. Die Förderung in der Schulstation soll diese Blockaden durch gut strukturierte, klare und intensiv begleitete schulische Angebote überwinden. Die Anforderungen, die eine vierstündige Beschulung an die Schüler stellt, sind aufgrund ihrer meist psychischen Belastung groß und sind mit viel Anstrengung für die Kinder verbunden. Zudem befinden sich alle Schülerinnen und Schüler der Schulstation in (teilweise mehreren) therapeutischen Behandlungen und Betreuungen, die ebenfalls erhebliche Anforderungen an sie stellen.

Der Tagesablauf an der Schulstation ist jeden Tag gleich und somit für die Schülerinnen und Schüler verlässlich und planbar:

08.00 Uhr:

Das Team trifft sich um den Tag gemeinsam zu beginnen.

 

08.15 Uhr:

Die Schüler treffen ein. Wir beginnen den Tag mit einer Begrüßungsrunde, bei der jeder Auskunft zu seiner momentanen Befindlichkeit gibt. „Wie geht es mir heute?“

 

08.30 Uhr:

Es folgt ein Unterrichtsblock von 60 Minuten, in denen in den Fächern Deutsch und Mathematik gefördert wird. Dabei sind die Schüler aufgeteilt in zwei kleine Lerngruppen von drei bis sechs Schülern. Die Konstellation ist abhängig vom jeweiligen Lern- und Entwicklungsstand sowie von sozialen Aspekten.

 

9.30 Uhr:

Nun gibt es eine Pause, in der die Schüler auch die Gelegenheit haben, ihr Frühstück einzunehmen.

 

10.00 Uhr:

Es folgen zwei Unterrichtsblöcke mit von je 60 Minuten. In diesen Blöcken werden abhängig von der Lerngruppe Unterrichtsangebote mit verschiedenen Schwerpunkten gemacht. Während in der einen Gruppe mit leistungsfähigeren und in der Entwicklung fortgeschrittenen Schüler Englisch und die Nebenfächer in unterrichtlichen Kontexten angeboten werden, werden in der zweiten Gruppe Unterrichtsangebote gemacht, die ihren Schwerpunkt auf Beziehungsaufbau, Selbsterfahrung, Wahrnehmung und Überwindung von Lernwiderständen setzt.

 

12:00 Uhr:

Die Schüler beenden den Schultag in ihren Lerngruppen. Dort findet eine tägliche individuelle Reflexion zwischen den Erwachsenen und Schülern statt. Die inhaltlichen Schwerpunkte dieser Reflexion finden sich in der Förderplanung der Schüler.

 

12.15 Uhr:

Die Schüler werden in der Schulstation von den Wohngruppen abgeholt, so dass eine persönliche Übergabe möglich ist, um ein optimale Anschlussbetreuung zu ermöglichen.



Im Anschluss an den Unterricht in der Schulstation werden von den Teammitgliedern Netzwerk- und Kooperationsarbeiten wahrgenommen. Hierzu zählen tägliche Teambesprechungen, Teamsupervision, Dienstbesprechungen mit der Schulleitung und der Leitung der Stiftung Heilpädagogisches Kinderhaus gGmbH, Fallsupervision oder Fachberatungen. Diese Maßnahmen haben das Ziel, die Angebote für die individuellen Schüler regelmäßig zu reflektieren und im Hinblick auf ihre Entwicklung stets zu verbessern.