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| Sonderpädagogisches Konzept |
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Das pädagogische Arbeit unserer Schule hat als Grundlage die "Entwicklungstherapie im Klassenzimmer" nach Mary M. Wood und die Übertragung der "Entwicklungspädagogik" in den europäischen Raum durch Dr. Marita Bergsson und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jakob-Muth-Schule in Essen. Wir haben diese Schule mit unserem Team besucht und wesentliche Elemente für unsere Arbeit übernommen. |
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Dieser sonderpädagogische Förderansatz setzt die Entfaltung von sozialen, emotionalen , sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten des Kindes in das Zentrum seiner Arbeit. Sozial-emotionales Lernen wird auf eine Stufe gestellt mit schulischem Lernen und mit überprüfbaren Lernzielen versehen. Es umfasst die Bereiche: Diagnostik, Definition von Förderplänen, Unterrichtplanung und -gestaltung, Interventions-strategien, Umfeldarbeit, Evaluation.
Verhaltensauffälligkeit wird verstanden als Entwicklungsverzögerung beim Erwerb emotionaler und sozialer Fähigkeiten. Der Abstand zu Kindern ohne entsprechende Auffälligkeiten beträgt teilweise mehrere Jahre.
Das entwicklungspädagogische Modell beschreibt in einem Katalog Verhaltensfähigkeiten, die Kinder im Alter zwischen der Geburt und 16 Jahren zeigen. Der Katalog wird bezeichnet als "Entwicklungstherapeutischer Lernziel-Diagnose-Bogen (ELDiB)" und umfasst 4 Bereiche. Verhalten, Kommunikation, Sozialisation und (Vor-) Schulleistung. Dieser Katalog bildet die Grundlage für die Eingangsdiagnostik im Sinne der Bestimmung der aktuellen Fähigkeiten des Kindes, für die Auswahl der Förderziele (max. 4 Ziele, an deren Aufbau und Ausbau das Kind ca. 4 Monate arbeitet) und für die Planung des entwicklungstherapeutischen Unterrichts.
Interventionstechniken (Techniken des Lehrerhandelns) unterstützen das Kind beim Aufbau seiner Kompetenzen. |
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| Strukturierung als Unterrichtsprinzip |
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Kinder mit Entwicklungsverzögerungen im Bereich der Emotionalität und des Verhaltens brauchen Hilfe zur inneren Strukturierung. Diese Hilfe wird durch die äußere Struktur sichergestellt.
Hierzu gehören: |
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feste Regeln und Verantwortlichkeiten |
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sich täglich wiederholende Abläufe |
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Rituale (Morgenkreis, gemeinsames Frühstück, Abschlussrunde) |
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gleichförmiger und regelmäßiger Wechsel (Rythmisierung) |
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Vor-Ordnung des Raumes für unterschiedliche Aktivitäten mit je eigenen Verhaltensanforderungen |
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| Das Prinzip der Doppelbesetzung in der Klassenführung |
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Um die äußere Struktur des Unterrichts sicher aufrechterhalten zu können, arbeiten wir in sogenannter Doppelbesetzung. Jeder Lehrer ist Klassenlehrer und damit in gleicher Weise für seine Schüler verantwortlich, jeder Lehrer hat von seiner Aufgabenstellung her die gleiche Möglichkeit, eine intensive Beziehung zu seinen Schülern aufzubauen. Es unterrichten beide Lehrer gleichzeitig, wobei ein Lehrer jeweils die Protagonistenrolle übernimmt und das Unterrichtsgeschehen leitet und verantwortet, während der andere die Assistenzrolle übernimmt, um sowohl auf einzelne Schüler individuell einzugehen wie auch im Hintergrund das Unterrichtsgeschehen zu sichern. Die Kollegen wechseln diese Rolle in den Unterrichtsphasen.
Die Doppelbesetzung ist wegen der gravierenden Verhaltensprobleme der Kinder unumgänglich, begründet aber die Qualität der Unterrichtsarbeit, weil sie zentrale Interventionsstrategien möglich macht wie auch gegebenenfalls das Herausnehmen aus dem Raum oder aus der Gruppe. |
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| Interventionsstrategien im Unterricht |
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Die folgenden Interventionsstrategien gehören zum aktiven "Handwerkszeug" des Lehrers, um im Unterricht so agieren zu können, dass die Kinder unterstützt werden, altersangemessene Verhaltensfähigkeiten zu zeigen: |
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Positives Feedback und Lob - das Kind bekommt dann Aufmerksamkeit, wenn es sich angemessen verhält |
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Motivation durch das Material |
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Umlenken und Gestalten - die Aufmerksamkeit des Kindes wird vom Lehrer auf die Aufgabe zurückgeführt, bevor sich beim Kind aus Angst oder Langeweile problematisches Verhalten aufbaut |
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Spiegeln - der Lehrer gibt eine beschreibende, nicht wertende Rückmeldung über das was das Kind tut, fühlt, sagt, denkt. Diese Rückmeldung bezieht sich auf die positiven Anteile des Verhaltens. |
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Verbale Interaktion zwischen Erwachsenen - die gezielt und bewusst eingesetzte Kommunikation zwischen den beiden Lehrern bildet für die Schüler ein Modell für den konstruktiven wertschätzenden Umgang miteinander |
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Regeln und Aufforderungen - werden immer so formuliert, dass sie ausdrücklich das Verhalten beschreiben, dass gezeigt werden soll |
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Herausnahme aus dem Raum oder der Gruppe - um dem Schüler Orientierung zu geben ist es notwendig, deutliche Grenzen zu setzen und Verhaltensforderungen klar zu formulieren. Eine solche Grenzsetzung darf nicht zu einem persönlichen Machtkampf zwischen Schüler und Lehrer werden, es gilt, die professionelle Distanz herzustellen und aufrechtzuerhalten. Dazu ist häufig die Trennung dessen, der die Grenzen deutlich überschreitet, von der Gruppe erforderlich. |
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